Kunstprojekt des 21. Jahrhunderts
Die Kunst der Nachhaltigkeit im 21. Jahrhunderts: Hochinteressant Tiefsinniges im Dachauer Wasserturm.
Wer bislang dachte, alles über Umwelt- schutz und Energiesparen gehört zu haben, wurde im Oktober 2009 im Dachauer Wasserturm eines Besseren belehrt. Mit einem Augenzwinkern aber natürlich auch dem angemessen ernsthaften Anliegen setzte der Dachauer Künstler Dieter Schulz, besser bekannt als „Direktor Maier“, alles daran, das stets aktuelle Thema an den Mann und die Frau zu bringen – vor allem an solche, die ihre Lebensgewohnheiten partout nicht ändern wollen. Im Rahmen der Ausstellung „Erneuerbare Energien des 21. Jahrhunderts“ kamen Freunde und Bekannte sowie Unternehmen aus der Region, wie das Photovoltaik-Systemhaus Phoenix Solar aus Sulzemoos sowie die ortansässige Ziegelei Hörl & Hartmann zusammen.
In Sketchen, Malerei, Musikstücken und Informationsveran- staltungen wurden neue Technologien vorgestellt, aber auch exemplarische Situationen, wie zum Beispiel der größte an- zunehmende Unfall in einem nahegelegenen Kernkraftwerk dargestellt. Der trockene Kommentar von „Direktor Maier“ hierzu: „Alles kein Problem und kein Grund zur Beunruhigung. Kaufen Sie Wasser einfach nur in Flaschen und lassen Sie Ihre Kinder ja nicht im Sandkasten spielen.“
Als logische Verbindung von batteriebetriebenen Elektrofahrrädern und Solarmodulen diente ein Rechenexempel. Nur ein Drittel eines üblichen Solarmoduls reicht aus, um ein Elektrofahrrad nach fünfstündiger Ladephase rund 5.000 Kilometer weit zu bringen. Ebenfalls vorgestellt wurde umweltfreundlicher Ökostrom aus dem Dachauer Wasserkraftwerk.
Neben interessanten Kunstwerken zu Windkraft und weiteren Themen rund um Erneuerbare Energien lieferten die Ausstellungsbeiträge der beteiligten Unternehmen praktischen Anschauungsunterricht. Beim Thema Ziegel übernahmen Michael und Simone Hörl die Aufklärungsarbeit. Sie stellten den neuen gefüllten Ziegel UNIPOR W08 CORISO vor, der – gefüllt mit natürlicher Dämmstoff-Füllung – Top-Werte in punkto Wärmespeicherung und Wohnklima liefert. Er schlucke nicht nur bis zu drei Dezibel Umgebungslärm, sondern weist zudem einen Wärmeleitwert von sage und schreibe 0,08 W/m.K auf. Ein herkömmlicher, nicht verfüllter Ziegel liegt im Vergleich bei 0,81 W/mxK. Einblicke in die Praxis der Erneuerbaren Energien sowie ins ökologische Bauen der Zukunft und eine effiziente Stadtteilplanung lieferten Schautafeln mit Arbeiten der Studenten der Technischen Universität und Federführung von Professor Gerhard Hausladen.
Anhand von Beispielen aus Ebersberg und Fürstenfeldbruck wurde dargestellt, wie Erneuerbare Energien dazu beitragen, bis 2030 unabhängig von jeglichen fossilen oder anderen endlichen Energieträgern zu sein. Der Dachauer Ex- Stadtrat Bruno Schachtner stellte hierzu die Frage, die sich wohl die meistdiskutierte des Wochenendes war: Wann wird man in Dachau so weit sein?
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